BRS News
ASP: Pürzelprämie in Mecklenburg-Vorpommern wird abgeschafft
Die Zahlung der Entschädigung für Maßnahmen zur Vorbeugung vor der Afrikanischen Schweinepest, die sogenannte Pürzelprämie
, entfällt ab dem 30.04.2022. Mit diesem Datum tritt die entsprechende Verwaltungsvorschrift außer Kraft und wird nicht verlängert. Die Anträge auf Auszahlung einer Entschädigung für bis zum 31.03.2022 erlegtes Schwarzwild können noch bis zum 30.04.2022 in dem jeweils zuständigen Forstamt abgegeben werden. Unvollständige oder nicht fristgerechte Anträge werden nach Ablauf dieses Datums nicht mehr bearbeitet. Für Schwarzwild, das nach dem 31.03.2022 erlegt wurde, kann keine Entschädigungszahlung mehr geleistet werden. Gleiches gilt für die Abrechnung von Hundeeinsätzen im Zuge von revierübergreifenden Drückjagden sowie für zur Beprobung abgegebenes Schwarzwild. Ab 01.04.2022 wird eine Aufwandsentschädigung als pauschaler Festbetrag in Höhe von 25 Euro für die Erlegung von Schwarzwild aller Altersklassen im Zeitraum vom 1. April 2022 bis einschließlich 31. März 2023 in Mecklenburg-Vorpommern in Restriktionszonen gewährt, soweit dies nach geltender tierseuchenbehördlicher Allgemeinverfügung zulässig ist. Die Zahlung der Aufwandsentschädigung setzt voraus, dass zum Zeitpunkt der Erlegung der Seuchenfall von dem zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt festgestellt und öffentlich bekanntgemacht worden ist.
Praxis-Workshops Rind und Schwein
Im Rahmen des Netzwerk Fokus Tierwohl lädt die Landwirtsschaftskammer NRW im Mai zu zwei Praxisworkshops für die Tierarten Rind und Schwein ein:
Beide Veranstaltungen finden im VBZL Haus Düsse statt.
Bundeszentrum Weidetiere und Wolf: Gebündelte Informationen zum Herdenschutz
Weidetierhalterinnen und -halter finden auf der neuen Internetseite des Bundeszentrums Weidetiere und Wolf (BZWW) fundierte und praxisrelevante Inhalte zu Herdenschutzmaßnahmen, Fördermöglichkeiten in den Bundesländern, praxis- und forschungsbezogene Projekte zum Herdenschutz sowie zu Konfliktlösungsansätzen. Geplante Veranstaltungen sind ebenfalls unter www.bzww.de genannt. Zusätzlich werden die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Weidetierhaltung und der Umgang mit dem Wolf in anderen EU-Mitgliedstaaten thematisiert.
BWV-Verbandsrat fordert Grundgesetzänderung zur Sicherung der Ernährung
Der russische Überfall auf die Ukraine bringt den Menschen vor Ort unendliches Leid. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen, die der Krieg mit sich bringt und bringen wird, sind nicht vollständig abschätzbar. Die Landwirtschaft rückt aber mit ihrer ureigenen Aufgabe, der Nahrungsmittelproduktion, in den Fokus des öffentlichen Interesses. Der Verbandsrat des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau hat deshalb nach intensiver Diskussion eine Resolution verabschiedet und eine Anpassung der Agrarpolitik an die neuen Herausforderungen gefordert. U.a. wird eine Ergänzung des Grundgesetzes um das Staatsziel Ernährungssicherung gefordert.
Futter und Tierwohl beim Schwein – Eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse
proteinmarkt - Der DLG-Arbeitskreis Futter und Fütterung hat die Zusammenhänge zwischen Futter, Fütterung und Tierwohl beim Schwein in den DLG-Merkblättern 463 und 464 Fütterung und Tierwohl beim Schwein
ausführlich behandelt und veröffentlicht. Neben dem aktuellen Wissensstand zu diesem Thema wurden bereits gesammelte Erfahrungen aus der konventionellen und biologischen Schweinehaltung berücksichtigt. Teil A (DLG-Merkblatt 463) geht den Fragen zum Einfluss von Futter, Fütterung und Faserstoffversorgung
nach, Teil B (DLG-Merkblatt 464) beschäftigt sich mit der Wasserversorgung und Futterhygiene
. Die beiden Publikationen sollen als Nachschlagewerke für die Fütterungspraxis dienen und Landwirten und Fütterungsberatern wichtige Fragen zu den genannten Punkten schnell beantworten können.
Schweinewohl: Warum manche Tiere andere ins Schwänzchen beißen
In einem vom QS-Wissenschaftsfonds geförderten Forschungsprojekt am Institut für Tierzucht und Tierhaltung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wird der Zusammenhang zwischen Schwanzbeißen bei Schweinen und dem Gesundheitsstatus der Tiere untersucht. Erste Ergebnisse sind vielversprechend.
In ihrem Projekt Der Täter im Fokus: Einfluss des Gesundheitsstatus auf die Verhaltensstörung Schwanzbeißen beim Schwein
fiel auf, dass die Täter etwas leichter als ihre Altersgenossen waren und sie häufiger überlange Borsten hatten. Bei den Tätern haben wir zudem vermehrt eine hängende Schwanzhaltung beobachtet
, berichtet die Studienverantwortliche Priv.-Doz. Dr. Irena Czycholl. Alle Tiere in der Studie zeigten einen leichten Magnesiummangel. Ein Zusammenhang mit Schwanzbeißen ist fraglich, da kein Unterschied zwischen Täter- und Kontrolltieren festzustellen war. Aber: Alle Tiere stammten von Betrieben, die zum Zeitpunkt der Untersuchung ein Schwanzbeißproblem hatten. Magnesium wird als Futterzusatzstoff ein beruhigender Effekt zugeschrieben.Eine praktische Empfehlung an Betriebe mit Schwanzbeißproblematik ist daher dieversuchsweise Supplementierung mit Magnesiumpräparate. Folgeprojekte sollen mehr Erkenntnisse bringen. (aus: QS-Magazin Qualitas, Frühling 2022, s. 16)
Biertreber: eigentlich Lebensmittelabfall aber zu schade zum Wegschmeißen
Vor dem Hintergrund des steigenden Nahrungsmittelbedarfes und des Themas Nachhaltigkeit, macht Leroma auf die Bedeutung der Nutzung von Lebensmittelabfällen am Beispiel des Biertrebers aufmerksam. Bietreber besteht hauptsächlich aus Gerste und ist ein Nebenprodukt, das beim Brauen von Bier gewonnen wird. Es macht 85 Prozent des Brauereibetriebes aus. Als Nebenprodukt gilt es als verbraucht
und wird als Lebensmittelabfall betrachtet, dass entsorgt werden muss. Viel zu schade für den Abfall. Es eignet sich nicht nur als Tierfutter, sondern auch als Ausgangsprodukt für zahlreiche andere Produkte.
Übrigens: Rinder sind die ultimativ besten Upcyler
BÖLW zur Diskussion um Bio-Futter
Aufgrund des schrecklichen Krieges in der Ukraine sind die Warenströme gestört und es kommt zu Spekulationen und Unsicherheiten. Die Ukraine fällt als ein Agrarproduzent, der wie auch viele andere südosteuropäische Länder Eiweißfutter herstellt, aus. Hier jetzt Panik zu schüren, das ist übertrieben und hilft auch niemandem
, schreibt der BÖLW in einer aktuellen Pressemeldung. Um eine gesunde Tierernährung weiterhin gewährleisten zu können, plädiert der Verband für eine anteilige Zulassung konventioneller Eiweißfuttermittel in der Biotierfütterung.
Otte-Kinast: „Niedersachsens Tierhaltung befindet sich im Umbruch“
Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hat am 30.03. den ersten Bericht zur niedersächsischen Nutztierhaltung vorgestellt. Der Bericht zeigt, dass sich die Tierhaltung im Umbruch befindet und dass seit 2010 ein deutlicher Abbau der Tierbestände - nicht nur bei den Haltungen, sondern auch bei den Tierzahlen - stattfindet. Er skizziert die derzeitigen Entwicklungen sowie Wege und Lösungen für eine zukunftsfähige Nutztierhaltung. Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: Das ist eine nie dagewesene Entwicklung, die einem historischen Bruch gleichkommt. Denn auch wenn es schon immer Betriebe gab, die aus der Erzeugung ausgestiegen sind – an den eigentlichen Tierzahlen hat das in den zurückliegenden Jahren kaum etwas geändert. Viele Betriebe verabschieden sich inzwischen zunehmend nur aus der Tierhaltung und nicht mehr wie bisher grundsätzlich aus der Landwirtschaft. Die Nutztierhaltung befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, der gesteuert werden muss – in Richtung einer zukunftsfähigen Nutzierhaltung, die Ökonomie, Ökologie, Tierwohl und Soziales vereint!
"Opportunitätskosten" am Beispiel der Biokraftstoffe erklärt
Als Opportunitätskosten bezeichnet man einfach gesagt den entgangenen Nutzen einer nicht gewählten oder nicht realisierbaren Handlungsalternative. Sie zu kalkulieren, wird diese Tage gerne vergessen, wenn es um die Ernährungssicherheit geht. Bei Biokraftstoffen scheint die Situation klar, glaubt man den Ergebnissen einer Studie des ifeu im Auftrag der DUH. Die Einsparung an Treibhausgasemissionen durch den Einsatz von Anbau-Biokraftstoffen anstelle von fossilen Kraftstoffen betrug in 2020 nach amtlichen Angaben 9,2 Mio. t CO2-Äq.. Würde man auf diese Einsparung verzichten und stattdessen auf den für Biokraftstoffe belegten Flächen natürliche Vegetation aufwachsen lassen, wäre dadurch eine mittlere jährliche Kohlenstoffbindung von über 16 Mio. t CO2 möglich.
Was dabei vergessen wird, sind die Vorteile durch Nutzung der Koppelprodukte in der Tierernährung, die u.U. zu Einsparungen von Importsoja führen oder der Einsatz verbotener Pflanzenschutzmittel durch Verlagerung der Produktion in andere Länder. Fairerweise müssten solche Aspekte ebenfalls in Berechnungen der Opportunitätskosten berücksichtigt werden. Die Allokationseffekte (Flächeneinsparung durch Koppelprodukte) werden in der Studie berücksichtigt, nicht aber die Flächeneinsparungen durch Reduktion von Sojaimporten durch verstärkte Nutzung der Koppelprodukte aus regionaler Erzeugung.